im regenwald

im regenwald

gibt es keine zeit

bewegt sich alles

und gleichzeitig nichts

bewege ich mich

und stehe doch still

ist überall stille

und doch ist es laut

lebe ich lautlos

und erhebe doch meine stimme

und suche zu geben

mit all meiner kraft

kraft ist energie

und energie ist alles

alles ist eins

im regenwald

27.10.10 23:53, kommentieren

Im Sommer

Ein bisschen Sehnsucht

Nach dir verquirle ich

Mit der Sommerhitze

Und quirle und rühre,

und so reißt mich der Sog

auf die Straßen der Träume,

die überlaufen, überquellen,

in alle Richtungen zerfließen,

unter meinen Füßen  fließen,

weg mit den zarten Blumenschirmchen,

die mir in die Augen kommen,

und weg mit

den Tränen, die mir aus den Augen laufen,

und tapfer gelächelt im Staub.

Um mich herum ist Staub.

Ständig suchend

laufe ich

mit ausgestreckten Händen,

und dennoch

lege ich mich abends

stets mit leeren Händen schlafen.

Naja fast leer,

denn vielleicht

hat sich ein Blumenschirmchen darin verfangen,

ein Staubkorn,

oder eine Träne.

 


22.7.10 22:24, kommentieren

Ohne Titel

Kennst du es auch,

dieses Ziehen im Bauch?

Ein Versprechen vielleicht,

ohne Antwort.

Suchst du es auch?

Etwas wildes, perfektes,

im Morgen, im ewigen Morgen.

Ist der Ort deines Heimwehs

auch der Ort deines Fernwehs,

ist dein Herz auch zu klein,

und deine Sehnsucht zu groß?

Ist die Stadt dir manchmal zu eng,

und das Meer dir viel zu weit?

Dann lass uns gemeinsam gehen

ins Dort und weg vom Hier.

Es gibt noch so viel zu sehen,

nutze deine Leben,

versprich es mir.




2 Kommentare 14.6.10 19:57, kommentieren

Kälte und Feuer

Der Schmerz kommt am Lagerfeuer

und mit dem Geruch von Propan.

Der Schmerz kommt mit der Kälte,

in mancher sternenklaren Nacht.


Ich wollte mich schützen,

aber vielleicht kann das nicht sein.

Ich wollte es nicht mehr riskieren.


Sieh, unten steht alles in Flammen.

Das Feuer (der Liebe) ist mächtig,

und ich fühle mich so klein.


Auch weil es mir leid tut.

so schrecklich leid,

dass ich dich nicht liebe,

glaub mir,

würde ich wirklich gerne,

etwas übers Knie brechen,

aber das kann wohl nicht gehen.

Auch wenn es traurig ist

und bitter.

Aber vielleicht weißt du ja,

manche Nächte sind bitter kalt.

Und ich habe sie noch nicht verstanden,

die Regeln des Feuers.



1 Kommentar 14.6.10 00:34, kommentieren

Ist Sicherheit Selbstgefälligkeit?

Und meine Unschuld Ignoranz?

Ist Selbstliebe Selbstverliebtheit?

Ist Freiheit eigentlich Angst?

Wieviele Häute noch bis meine letzte Haut fällt,

und was ist dann darunter?

Eine neue Welt?

 

Bin ich innen drinnen leer?

Ist Leere Erfüllung oder ein leeres Versprechen?

Ist langsam eigentlich schnell und weniger mehr?

 

Von all den Farben im Spektrum des Lichts,

welche beleuchtet die Wahrheit

und welche nicht?

Ist Trauer eigentlich Selbstmitleid?

Und warum hab ich nur Fragen und noch mehr Fragen?

Ist Ungebundenheit Bequemlichkeit?

 

Ich will es versuchen,

zu antworten mit Vertrauen,

dass ich die Antworten nicht kenne,

aber nach ihnen schau’.

 

 

18.1.10 21:11, kommentieren

das robbenfell

ich hoffe auf dich, du kommst doch noch

ich liege hier auf dem harten wüstenboden

und vertrockne.

 

ohne fell, ohne heimat

meine würde, wer will sie haben

ich schenk sie euch

dafür sollt ihr mich lieben

und beachten

das hab ich euch bisher verschwiegen

aber wir müssen lernen, alleine zu sein

in die welt zu gehen und zu leben

abenteuer leben

geduld haben, vertrauen,

heimkehren wie die kraniche

das müssen wir aushalten können

um dann eines tages wieder

splitternackt

im mondlicht tanzen zu können

splitterfasernackt

31.10.09 23:47, kommentieren

summer of 69

Was ist euch ein Leben wert?

Wie viel gebt ihr, um zu verbergen,

dass ihr euch nicht um Würde noch Anstand schert?

Raffend, grabschend, seufzend, sterbend

was habt ihr aus uns gemacht.

Immer um die Gunst des Nächsten werbend,

wer sich wehrt, dem wird genommen, was ihn menschlich macht.

 

Und Zweifel keimen in mir an unserer Substanz

wenn die, die sich ekeln vor Falschheit und Glanz

mordend und am Ende lebendig begraben

an den eigenen Idealen versagen.

 

Sie sind nicht lautlos aus dem Leben gegangen,

vergessen, nein, das darf man nicht.

Ein verrückter Traum hat sich selbst erhangen,

verschwommen die Grenzen zwischen Dunkel und Licht.

 

„Furchtbar ist es, zu töten“,

doch wir hören in unserer Blindheit nicht auf.

Vielleicht ist es ja für unser Selbstbild von Nöten

vielleicht nehmen wir es deshalb auf ewig in Kauf.

31.10.09 23:46, kommentieren